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Les Blogs, zur Erläuterung

*Update*: Eine Nachlese gibt es jetzt hier
Oops, dieses bescheidene, nun bald abzuschaltende Testblog wurde geheiset vom verehrten Herrn Sixtus.
Weil Nachrichten gerne etwas knapp ausfallen, hier ein paar Erläuterungen zu den recht kurzen, hie und da womöglich misszuverstehenden Punkten, die teilweise den Folien entnommen wurden. Es gilt das dazu gesprochene Wort.
Es gebe nicht ein einziges wirkliches "Impact-Blog"
Das Statement war naturgemäß in englischer Sprache - im Deutschen müsste man vielleicht von einem "bedeutenden Blog" reden. Damit gemeint war nicht etwa, dass deutsche Blogs nicht bedeutend wären, sondern dass es ein Blog von Reich- und Tragweite wie, sagenwirmal, instapundit.com bisher nicht gibt. Selbst (und gerade) die vielgelesenen deutschen Blogs sind in ihrer Themenwahl recht randständig. (Ja, die vielgelesenen US-Blogs sind auch oft randständig.)
Warum gibt es so wenige populäre Blogs, die sich mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen? Vielleicht ja nur eine Frage der noch zu geringen Menge. (Und, nein, randständige Blogs sind sehr oft sehr großartig, das war aber nicht die Frage.)
Ferner seien die Eliten in Deutschland technologiefeindlich
Der Kommentar dazu lautete sinngemäß, dass dies ein Klischee sei, das womöglich in Teilen immer noch zutreffe. Ausnahmen bestätigten die Regel.
die Menschen würden sich sehr an Reputation orientieren
Womöglich, so der Kommentar, sei in Deutschland etwa die Reputation klassischer Medien (oder Prominenter) für Rezipienten besonders wichtig. Einzelne Unbekannte haben vielleicht in anderen Kulturen eher die Chance, eine breite Leserschaft zu gewinnen.
in Deutschland existiere keine Kultur der Rhetorik
...im Vergleich zu angelsächsischen Ländern, wo bereits Kinder die freie Rede üben. Blogs sind näher an der freien Rede als am Journalismus.
"Ein deutscher Papst ist nicht genug, wir brauchen wenigstens fünf."
Es ging übrigens darum, dass Deutschland vielleicht ein zentrales Großereignis fehlt, an dem sich viele neue Blogs kristallisieren können.
26.04.2005, 21:31
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Folgende Seiten verweisen auf den Beitrag Les Blogs, zur Erläuterung:
» Weblog Themenabend Nachlese von BORDBUCH :: Deutsch
Ein kleiner Rückblick aus dem Weblog Seminar letzte Woche in Charlottenburg. Teilweise war ich erstaunt, welches Grundwissen vorhanden ist; größtenteils an den Fragen zu erkennen. Ich habe versucht die wichtigen Punkte aufzugreifen. Wo geht’s zur ... [ Alles lesen ... ]
Trackback vom 05.12.2005, 19:46
Kommentare
-1- schreibt Loriotta am 27.04.2005, 08:57
finde ich immer noch sehr stimmig und wahr.
allerdings glaube ich, wie bereits in paris kurz erwähnt, dass wir mittlerweile einfach zu "internetgesättigt" sind -- im vergleich z.b. zu frankreich, wo es durch blogs relativ einfach wurde, endlich mal (im internet) seine meinung zu sagen.
alleine gestern musste ich wieder elendlang ein paar bekannten den unterschied zwischen einem blog und einer "webseite" (bzw. forum) erklären und warum eine blogkonferenz nicht nur spass, sondern auch sinn macht ...
-2- schreibt ami am 27.04.2005, 11:26
[x] keine "Impact-Blogs"
Daher hier der Kommentar, weil Jochen geheist wurde und in der realen Welt "Impact" hat?
[x] Technologiefeindlichkeit
Buch wird gelesen, Blog nicht.
[x] Orientierung an der Reputation
"Briefe von einem echten Ministerpräsidenten"
[x] keine Kultur der Rhetorik
"darf ich gleich vielleicht?! ein paar Interviews machen" könnte es einen Treffenderen Beweis für die Missachtung der Rhetorikkultur geben?
[x] fünf Päpste
Daher der Verweis auf die Katzenblogs
scnr
-3- schreibt Mama am 27.04.2005, 22:59
Wir nehmen das alles mal wieder viel zu ernst, finde ich.
Blogging muss Spass machen. Und Blogs lesen erst recht.
Nicht mehr und nicht weniger.
Ob jemand ernste Diskussionen bevorzugt, oder eher wahllos spassige Einträge, das sei doch dahingestellt und jeder soll bloggen oder lesen, was er will!
Hört auf mit der Deutschen Sinnfindung!
Warum müssen Blogs jetzt auch noch UNBEDINGT ernst und sinnvoll sein und riesige Diskussionen moderieren - dafür haben wir doch die (aussterbende) Tagespresse... und bei einigen sogar mittlerweile Foren, wo man sich auslassen kann.
-4- schreibt thecod am 28.04.2005, 00:11
Soso, Päpste... als Metapher für eine Altherren-Dominanz? Naja, warum nicht, sind ja schon genug eitle Kardinäle in den Startlöchern, die einen aus ihren Reihen nach vorne bringen wollen... jetzt fehlen nur noch ein paar Millionen Schafe, äh Leser :-)
-5- schreibt Irene am 30.04.2005, 13:08

Lieber Herr Wegener, besuchen Sie mich doch bitte einmal auf meinem Blog. Ich habe dort ein ganzes Buch zum Thema "Aufrichten" und Bildung geschrieben. Mühseelig habe ich es auf Papier gebracht und im Laufe der Zeit an immer mehr "wichtige" (wer ist schon wichtig) Leute verteilt. Jeder, der es gelesen hat, hat mir gesagt, Frau "Loriotta" (in echt heiße ich natürlich anders) "das" müssen Sie weiter verfolgen. Ich habe sogar schon sehr ermunternde Briefe von einem echten Ministerpräsidenten und einer Bürgermeisterin einer großen deutschen Stadt bekommen. Unser Kindergarten und unsere Schule sind auch sehr begeistert. Jeder, der das Weblog "in echt" gelesen hat (und es sind viele auch sehr, sehr namhafte Leute), war hinterher verändert. Ich habe viel Lob bekommen für das gedruckte Exemmplar. Wenn Sie mögen schicke ich es Ihnen gerne einmal zu. Ich frage mich natürlich auch, warum mein Weblog nicht öfter verlinkt wird. Vielleicht weil ich die Wahrheit und die Vernunft vertrete und die will niemand hören? Schauen Sie "Katzenblogs" sind 1000 mal öfter verlinkt als gesellschaftlich relevante Blogs. "Wir" schauen ja auch lieber "Big Brother" als Phönix. Nun muss ich aber schnell in den Kindergarten und ins Landeshaus in Kiel. Wir wählen ja vielleicht?! heute einen neuen Ministerpräsidenten und da darf ich gleich vielleicht?! ein paar Interviews machen. Herzliche Grüße Loriotta